Über mich

Mich bewegt die Frage, wie wir gemeinsam ein freies, gelingendes und glückliches Leben gestalten können. Seit 2011 habe ich deshalb verschiedene Projekte mit ins Leben gerufen oder unterstützt: Das „Wertstoffkabinett“ in Würzburg (Veranstaltungen zum Thema geldfreie Freizeitgestaltung und bewusstes Konsumieren wie Kleidertauschpartys, Urban Greening, Open Mic), Schenkkulturtage in Nürnberg (Tauschmärkte, gratis Workshops und Performances, Informationsaustausch, Vernetzung von lokalen Initiativen), Tauschring Nürnberg und verschiedene Gemeinschaftsbildungsprozesse.

Ebenfalls seit 2011 lebe ich in verschiedenen unkonventionellen Beziehungsformen. Nach Abschluss meines Studiums im Jahre 2013 habe ich entschieden, mein Leben ganz meinen Leidenschaften zu widmen und mich hauptsächlich auf die Themen Sexualität und Beziehungskultur zu konzentrieren. Seither arbeite ich hauptberuflich als Tantra-Masseurin. Seit einigen Jahren bin ich Mitglied im Tantramassage Verband e.V., im Polyamoren Netzwerk e.V. sowie im Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistung e.V.

Liebe und Sex sind für mich keineswegs hochprivate Angelegenheiten; deshalb lese, rede, denke und schreibe ich über sexuelle Kultur und Beziehungskultur. Einerseits befasse ich mich intensiv mit den Erfahrungen, die mein Liebesleben mit sich bringt, umgekehrt beeinflusst meine gedankliche Auseinandersetzung die Gestaltung meiner Verbindungen. Mich interessieren Arten und Weisen, Liebe und Beziehung neu zu denken und in alternative Lebensstrukturen einzuweben. Ich finde Wege, andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen und in ähnlichen Prozessen zu unterstützen, sowie Räume und Gelegenheiten zu schaffen, um Experimente und Austausch zu ermöglichen.

Dies geschieht derzeit hauptsächlich im Ananda und in der Werkstatt Dritter Ort. Beide gehören zu dem weitläufigen Netzwerk von Subversiven, Devianten und Lebensstil-Avantgardisten, in dem ich mich seit einigen Jahren bewege. Wir teilen unter anderem Leben, Gefühle, Geld, Gegenstände, Ziele, Ansichten, Freunde, Liebhaber, sinnliche Begegnungen, Wissen, Erfahrung und Werte. Die sogenannte “romantische Liebesbeziehung” in ihrer herkömmlichen Gestalt spielt hier keine herausgehobene Rolle; Sexualität hingegen schon. Sie ist gelebte Praxis, Forschungsgebiet, Selbstausdruck, sozialer Klebstoff, Kunst und vieles mehr.

Meine Interessenschwerpunkte sind die Vereinbarkeit von Autonomie und Verbindlichkeit; Freiheit und Verantwortung; Dekonstruktion der romantischen Liebe und des dyadischen Paarkonzepts; Entwicklung und Verbreitung eines Verständnisses von Sexualität als Kunstfertigkeit und wertvollem Teil eines glücklichen Lebens; Schaffung von Strukturen, die die Gestaltung freier Liebensweisen ermöglichen und fördern; die Anerkennung von Sexarbeit als Beruf; philosophische und spirituelle Aspekte der Tantra-Massage.