Can´t Take My Eyes Off You: Skript zum Vortrag (Teil 2 von 2)

Viele von uns glauben, dass sie frei und selbstbestimmt lieben würden. Normen werden häufig mit Naturgegebenheiten verwechselt und bleiben deshalb unhinterfragt – oder werden sogar ganz und gar übersehen. Das Gestalten von liebevollen Verhältnissen, das Beschreiben und Ausdrücken von Gefühlen sind immer auch – vielleicht sogar in erster Linie – kulturelle Hervorbringungen. Heutzutage wird unsere kollektive Vorstellungskraft von der kulturgeschichtlich relativ jungen Mythologie der Romantischen Liebe geprägt und das Gefühl der Liebe damit in eine ganz bestimmte narrative Form gegossen. Konventionen des Sich-näher-Kommens bestimmen unser Verhalten und unser Erleben. Wie frei sind wir wirklich? Und: Wollen wir eigentlich so lieben, wie wir lieben?

Alternative Affinitäten, Teil 4 von 4: Einige Vorschläge

Können wir die kulturelle Kategorie „Beziehung“ dekonstruieren oder neu definieren? Was braucht es, um eine menschenfreundlichere Beziehungskultur zu gestalten?

Can´t Take My Eyes Off You: Skript zum Vortrag (Teil 1 von 2)

Viele von uns glauben, dass sie frei und selbstbestimmt lieben würden. Normen werden häufig mit Naturgegebenheiten verwechselt und bleiben deshalb unhinterfragt – oder werden sogar ganz und gar übersehen. Das Gestalten von liebevollen Verhältnissen, das Beschreiben und Ausdrücken von Gefühlen sind immer auch – vielleicht sogar in erster Linie – kulturelle Hervorbringungen. Heutzutage wird unsere kollektive Vorstellungskraft von der kulturgeschichtlich relativ jungen Mythologie der Romantischen Liebe geprägt und das Gefühl der Liebe damit in eine ganz bestimmte narrative Form gegossen. Konventionen des Sich-näher-Kommens bestimmen unser Verhalten und unser Erleben. Wie frei sind wir wirklich? Und: Wollen wir eigentlich so lieben, wie wir lieben?

Can´t Take my Eyes off You – Ein Vortrag über romantische Verengungen, die Nötigung zur Intimität und selbstbestimmtes Lieben. Ein Ausflug in verschiedene Richtungen. (Zum Mitdenken und -reden)

Am 24. Februar (Samstag) von 19.30 bis ca. 21.30 Uhr, Werkstatt Dritter Ort

Eva Hanson und Johannes Heck leben seit vielen Jahren in sexuellen Subkulturen und beschäftigen sich mit unkonventionellen Liebensweisen. Sie fragen sich mit Schopenhauer: “Wozu der Lärm? Wozu das Drängen, Toben, die Angst und die Not? Es handelt sich ja bloß darum, dass jeder Hans seine Grete findet.“ Und: Ist das wirklich alles? Die beiden stellen ihre Thesen und Fragen über zeitgenössische Liebeskultur vor und laden zum Gespräch ein: Über Sinn oder Unsinn der romantischen Liebesnorm, andere Wege – und Freiheit.

Alternative Affinitäten. Teil 2 von 4: Zeitgenössisches Beziehungsleiden

Unsere postmoderne Kultur mit ihren hohen Anforderungen an Flexibilität, Individualität, Selbstentfaltung und Selbstoptimierung macht das Gestalten langfristiger Bindungen vermeintlich zunehmend schwieriger. Gleichwohl stellt die monogame Zweierbeziehung nach wie vor die zumeist unhinterfragte „Normalität“, respektive, die Norm dar. Liebes-Subkulturen wie die Polyamorie versuchen, zeit- und den menschlichen Bedürfnissen gemäßere Alternativen zu entwerfen. Dabei reproduzieren sie jedoch in der Regel gängige Narrative und Normen so dass sie das Problem des schmerzhaften Sich-Abarbeitens an widersprüchlichen Bedürfnissen und unerfüllten Sehnsüchten nicht lösen können.